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Geldwerter Vorteil

Reinhard Krückemeyer GmbH und Co. KG - Und die Bank blieb treu

Das Familienunternehmen liefert Schleifmittel und Klebebänder an 5000 Kunden weltweit. Hauptabnehmer sind Industrieunternehmen. Die litten in der Krise. Und Krückemeyer mit.

Anfangs war es nur ein Gerücht. Ein Gerücht mit unangenehmen Folgen. Ein wichtiger Kunde sperrte die Firma Reinhard Krückemeyer als Lieferant und stornierte Aufträge. Er hatte gehört, dass der Großhändler für Klebebänder und Schleifmittel insolvent sei.

Es blieb nur ein Gerücht. Ärgerlich war es trotzdem. So ärgerlich, dass es nicht noch einmal passieren sollte. Das Familienunternehmen aus Wilnsdorf in Nordrhein-Westfalen entwickelte einen Zehn-Punkte-Katalog, der von nun an die mittelfristige Strategie der Firma (36 Mitarbeiter; rund 10 Millionen Euro Umsatz) vorgab. Wichtiger Punkt auf der Agenda: die Finanzkommunikation.

Wie verbessern wir unsere Bonität und damit das Rating? Wie machen wir uns chic für Finanzpartner? Und vor allem: wie verhindern wir solche Missverständnisse? Gesellschafter, Hausbanken, potenzielle Kapitalgeber, Mitarbeiter, Kunden, Wirtschaftsauskunfteien – sie alle hält das Handelshaus über die finanzielle Lage seitdem auf dem Laufenden. „Es ist ein bisschen wie bei wünsch dir was“, sagt Geschäftsführer Jan Krückemeyer. Jeder bekommt die Informationen, die er gerne haben möchte. Entweder persönlich, elektronisch , über die Homepage oder über Creditreform. Seit 2010 lässt das Unternehmen die Finanzkommunikation auch Iso zertifizieren. „So wollen wir uns laufend verbessern. Wir sehen das Ganze als Prozess“, sagt Krückemeyer, der als Geschäftsführer der Finanzkommunikation etwa acht Stunden im Monat widmet.

Der Aufwand hat sich offenbar gelohnt. Die Firma steigerte die Bonität, heimste ein besseres Rating ein, gewann neue Kapitalgeber und bekam Kredite zu günstigeren Konditionen. Und das alles trotz Krise. Die wichtigsten Kunden von Krückemeyer sind Maschinenbauer und Industrieunternehmen, die von der Rezession besonders hart getroffen wurden. Also ging auch der Umsatz von Krückemeyer von 2008 auf 2009 um etwa 20 Prozent zurück. Die Banken blieben dennoch treu, und es kamen sogar neue Finanzpartner dazu. Darüber hinaus passierte etwas, wovon andere Mittelständler träumen mögen: Die Geldgeber kamen von selbst auf die Firma zu.

Das Familienunternehmen beschafft sich notwendige Liquidität durch Factoring, also mit dem Verkauf von Forderungen. Diese Art der Kapitalbeschaffung soll auch weiterhin eine Säule der Unternehmensfinanzierung sein. „Auch deshalb müssen wir in Sachen Finanzkommunikation doppelte Apostel sein“, sagt Krückemeyer und meint damit, dass die Zahlen stets aktualisiert werden müssen, damit die Factoring-Häuser weiterhin bereit sind, Forderungen zu kaufen.

Quelle: http://www.impulse.de/management/:Beste-Finanzkommunikation-2010--Geldwerter-Vorteil/1013334.html?p=6