Oberflächenschutz zum Sandstrahlen

  • Spezielle Abdeckbänder und Schutzfolien für individuelle Sandstrahlarbeiten
  • Selbstklebende Stanzteile aus obigen Materialien mit Innenausstanzung und "Anfasslaschen"
  • Den passenden Klebstoff für alle Untergründe & Oberflächen
  • Ohne Kleberückstände einfach wiederablösbar
  • Optionale Kleinserienfertigung
Zum Ratgeber

Ratgeber Sandstrahlen

1. Sandstrahlen einfach erklärt

Sandstrahlarbeiten werden durchgeführt, wenn Verunreinigungen am Werkstück abgetragen oder Oberflächen aufgeraut, mattiert oder strukturiert werden müssen. Sandstrahlen wird in der Fachliteratur als „Druckluftstrahlen mit festem Strahlmittel“ bezeichnet und ist ein Prozess der Familie der Oberflächenbehandlung.

Mittels einem erzeugten Luftstrahl wird das Strahlmittel beschleunigt und mit hohem Druck auf das Werkstück geschossen. Die abrasive Wirkung des Strahlmittels beseitigt Rost, Verschmutzungen, Farbe, Lack, Zunder und andere Verunreinigungen am Werkstück (Strahlgut).

Auf diese Weise können unterschiedliche Oberflächen des Werkstücks gereinigt und/oder zur Weiterverarbeitung vorbereitet werden. Zudem ist Sandstrahlen auch zum Oberflächenfinish eines Werkstücks geeignet.

2. Sandstrahlen und Oberflächenschutz

Sandstrahlarbeiten sind oftmals mit extrem hohen mechanischen Belastungen verbunden. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 160 m pro Sekunde (576 km/h) werden entsprechende Werkstücke in der Regel sandgestrahlt.

Am Werkstück selbst kann das jeweilige Strahlmittel an montierten Anbauteilen, Bohrungen, Gewinden, Aussparungen usw. erhebliche Schäden hinterlassen. Aus diesem Grunde existieren spezielle Abdeckbänder und Schutzfolien, die diese Stellen schützen.

Unerwünschte Bestandteile der Oberfläche sollten abgetragen, dagegen keine Anbauteile oder Gewindebohrungen verschlissen werden. Die speziellen Abdeckbänder oder daraus gewonnene passgenaue Formstanzteile werden auf diese Bereiche zum Schutz aufgeklebt.

3. Strahlmittel und Oberflächenschutz

Der abrasive Effekt, den man zur Reinigung oder Mattierung ausnutzt, kann an anderer Stelle deutliche Schäden hinterlassen. Stellen, die nicht bearbeitet werden dürfen müssen mit passgenauen Abdeckbändern temporär abgeklebt werden.

Welches Abdeckband für den Sandstrahlprozess in Frage kommt ist abhängig vom verwendeten Strahlmittel und dem entsprechenden Luftdruck. Je scharfkantiger das Strahlmittel, desto aggressiver kann das Strahlmittel auf das Strahlgut prasseln.

3.1 Schlackestrahlmittel

Hierbei handelt es sich um Abfälle von Verhüttungsprozessen und sind daher recht günstig im Einkauf. Die gewonnene Hochofenschlacke besitzt eine gute abrasive Wirkung durch ihr scharfkantiges Bruchbild. Robuste Abdeckbänder finden hier oft Anwendung.

3.2 Korund

Das scharfkantige Material wird neben dem Sandstrahlen auch zur Herstellung von Schleifmitteln verwendet. Es besitzt eine hohe abrasive Wirkung, die je nach Korngröße variiert. Generell gilt je größer das Korn, desto rauer die bearbeitete Oberfläche.

Dieses Strahlmittel wird aufgrund des hohen Preises eher in der metallbearbeitenden Industrie eingesetzt. Welches Abdeckband hier das richtige ist hängt verstärkt von der Korngröße ab, die beim Sandstrahlprozess verwendet wird.

3.3 Granatsand

Dieses Strahlmittel ist weniger scharfkantig und besitzt dennoch eine hohe abrasive Wirkung bei einer geringen Staubentwicklung. Auch hier ist eher die Tendenz zu strapazierfähigeren Sandstrahlbändern.

3.4 Kunststoff

Sandstrahlmittel aus Kunststoff sind weniger Hart und scharfkantig. Sie werden vorzugsweise für die schonendere Oberflächenbearbeitung eingesetzt. Hier können auch herkömmliche Gewebebänder benutzt werden, da die mechanische Belastung nicht sehr hoch ist.

3.5 Glasperlen (Kugelstrahlen)

Mittels Glasperlen wird beim Sandstrahlen eine geringe plastische Verformung der Werkstückoberfläche erreicht. Dies hat die Erhöhung der Flächenhärte durch Kaltverfestigung zur Folge. Dort wo der Effekt nicht gewünscht ist, sollte man passgenaue Abdeckbänder aufbringen.

3.6 Trockeneis und –schnee

Dieser Prozess ist sehr aufwendig und besitzt keine abrasive Wirkung. Es ist eine sehr schonende Reinigung des Werkstücks, die in der Regel keinen Anlass für die Verwendung von Abdeckbänder bietet.

3.7 Hartguss oder Stahlguss

Dieses Strahlmittel existiert als kantige oder runde Variante. Es ist das Mehrwegstrahlmittel für den allgemeinen Einsatz in der Industrie.  

3.8 Weitere Strahlmittel

Mehr oder wenige bekannte abrasive Strahlmittel sind Keramik, Stahlkies, Stahlkugeln, Drahtkorn, Schmirgel, Bronzekies und Kalziumkarbonat-Granulat. Quarzsand ist aufgrund seines gesundheitsgefährdenden Staubs nicht mehr zugelassen, da er Silikose (Staublunge) verursacht.

3.9 Fazit

Je nach Anwendung müssen also mehr oder weniger strapazierfähige Sandstrahlabdeckbänder eingesetzt werden. In der Regel reichen herkömmliche Gewebebänder nicht aus, um einen adäquaten Schutz vor dem Strahlmittel zu bieten.

Eine Möglichkeit wäre herkömmliche Gewebebänder mehrfach übereinander aufzukleben, was allerdings einen zeitlichen Mehraufwand mit sich bringt. Je nach Strahlgut reicht die Leistung von herkömmlichen Standardprodukten nicht aus, da sie beim Sandstrahlen sehr schnell verschleißen.

4. Anwendungsgebiete Sandstrahlen im Überblick

Sandstrahlen wird in den verschiedensten Bereichen und Anwendungen eingesetzt. Immer dort wo der Effekt des Sandstrahlens nicht gewünscht ist am Werkstück kommt ein entsprechender Oberflächenschutz zum Einsatz. Dies kann unterschiedliche Gründe haben, die von der Anwendung abhängig sind. Hier finden Sie einige Beispiele hinsichtlich Sandstrahlarbeiten und Oberflächenschutz.

4.1 Reinigen & Entsanden

Mittels Sandstrahlen können Motoren, Maschinen, Formen, Anlagen oder Behälter von Verunreinigungen gereinigt werden. Abdeckbänder werden bei der Reinigung nur eingesetzt, wenn z.B. vorbehandelte Stellen der Oberfläche nicht gereinigt werden dürfen. Des Weiteren kann Sandstrahlen zur Entfernung von Graffitis, zur Fassadenreinigung und zum Entsanden von Gussteilen eingesetzt werden.

4.2 Entrosten & Entzundern

Sandstrahlen kann zum Entrosten von Stahlkonstruktionen oder im Baugewerbe zur Betonsanierung, z.B. zum Entrosten der Bewehrung eingesetzt werden. Außerdem ist es ein gut geeignetes Mittel zum Entzundern von Werkstücken. Generell besteht hier weniger Bedarf ein Abdeckband einzusetzen, da die Werkstücke meist flächendeckend entrostet bzw. entzundert werden müssen. Allerdings bestehen je nach Anwendungen Ausnahmen die Regel.

4.3 Entlacken

Lackischichten an Stahlkonstruktionen können mit Sandstrahlen abgetragen werden. Zum Beispiel benutzt man im Schiffsbau bzw. bei der Wartung die Sandstrahltechnik zum Entfernen von Antifouling-Farben bei Schiffen und Booten. Abdeckbänder kommen hier eher selten vor bzw. sind im Folgeprozess wieder im Einsatz, wenn die entlackten Stellen neu lackiert werden.

4.4 Entschichten, Entgraten & Entkernen

Zur Abtragung verschiedener Schichten, Grate sowie für das Entkernen von Werkstücken bzw. Werkstoffen ist mit Sandstrahlen sehr gut geeignet. Hier hängt es vom Werkstück und der Anwendung ab welche Bereiche vor dem Strahlgut geschützt werden sollen.

4.5 Vorbereiten 

Aufrauen der Oberfläche als Vorbereitung zum Lackieren oder im Baugewerbe die Untergrund- oder Oberflächenvorbereitung für weitere Maßnahmen. Abdeckbänder werden hier als Schutz für unbehandelte Stellen am Werkstück eingesetzt.

4.6 Oberflächenverfestigung

Sandstrahlen zur Veredelung der Oberfläche bzw. zur Erreichung eines Korrosionsschutzes, der die Lebensdauer von Getriebeteilen, Kurbelwellen, Federn, Turbinenschaufeln uvm. erhöhen kann. Stellen, die ausgespart werden müssen, können mit dem entsprechenden Sandstrahlband abgedeckt werden.

4.7 Dekorative Arbeiten

Dekorative Arbeiten, wie Mattieren oder Strukturieren, können per Sandstrahlen vollzogen werden. Darunter fällt die Struktierung von Glasplatten oder das Strahlen von Schriften bei der Grabsteingestaltung. Auch kann damit ein entsprechendes Oberflächenfinish erreicht werden. Abdeckbänder finden hier Anwendung bei Konturen, Abgrenzungen und Bereichen, die nicht sandgestrahlt werden dürfen.

4.8 Restaurierung

Sandstrahlen zur Restaurierung von Holz und Möbeln, der Brandschadensanierung sowie zum Bearbeiten von Fassaden und Denkmälern.

5. Anforderungen an das Sandstrahlband

Abhängig vom Strahlgut, des Drucks und der Art der Sandstrahlanlage müssen die Abdeckbänder einige Eigenschaften mitbringen, die einen effizienten Schutz der Oberfläche gewährleisten. Von Durchlaufanlagen, Hängebahnanlagen, Drehtischanlagen bis hin zu Konservierungsanlagen, inklusive weiterer Prozesse wie z.B. Lackieren, können Abdeckbänder als Allrounder mit ihren wichtigen Eigenschaften eingesetzt werden.

  • Starke Klebkraft: Zuverlässiges Abkleben auf jeder gereinigten Oberfläche, jedem Werkstück bzw. Werkstoff.
     
  • Ablösen: Das Abdeckband muss lediglich temporär aufgebracht und später leicht ohne Kleberückstände wiederabgelöst werden.
     
  • Scherfestigkeit: Oftmals müssen Abdeckbänder in einem bestimmten Winkel zum Abkleben aufgebracht werden. Daher müssen die Verklebung und das Band Einstrahlwinkel von bis zu 90° aushalten.
     
  • Strapazierfähigkeit: Undurchlässigkeit des Trägermaterials jeglichen Strahlmittels. Die Oberfläche und das Trägermaterial des Bandes müssen extrem strapazierfähig sein und dürfen kein Strahlmittel durchlassen.
     
  • Flexibilität: Auch Konturen müssen abgeklebt werden. Leider sind die meisten Bänder durch ihre Steifigkeit nicht dehnbar. Dennoch kann das feste Material spielend mit einem Messer zugeschnitten werden. Außerdem können für bestimmte Formen individuelle Formstanzteile aus Abdeckbänder gefertigt werden.
     
  • Zeit: Abkleben mit einer Lage als Zeitersparnis.

Inhaltsverzeichnis