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Antirutschbänder | Antirutschbeläge für Industrie & Handwerk


Ratgeber Antirutschband

1. Was sind Antirutschbänder?

Antirutschbänder bzw. Antirutschbeläge, wie z.B. 3M Safety-Walk oder Capra Grip, sind selbstklebend ausgerüstete grobkörnige Bänder zum Personenschutz, die ähnlich wie Schleifgewebe eine raue Oberfläche besitzen.

1.1 Antirutschbänder in Kürze

Sinn und Zweck

:

Aufgeklebt auf Böden, Tritte, Leitern und Gehbereiche bieten die grobkörnigen, selbstklebenden Antirutschbeläge einen sicheren Halt und verhindern Betriebsunfälle durch Ausrutschen oder Stürzen.

Ausführungen

:
  • Universelle Ausführungen für normale Beanspruchung
  • Verformbare Ausführung für unebene Untergründe (z.B. Tränenbleche)
  • Extra starke Ausführung für harte Beanspruchung in grob verschmutzten Bereichen
  • Ausführung für Nasszonen und Schwimmbänder
  • Nachleuchtendes Ausführung für dunkle Gehbereiche
  • Ausführungen in verschiedenen Farben (Signal- & Warnfarben)

Anwendungen

:

Personenschutz, Warnen, Markieren und Hinweisen.

Einsatzgebiete

:

Baumaschinen, Landmaschinen, LKW, sonstige Nutzfahrzeuge, Feuerwehr, Hebebühnen, Rollstuhlrampen, Schwimmbäder, Produktion, Logistik, Güterverkehr, Wohnmobile, Bus und Bahn.

Selbstklebende Antirutschbänder bzw. -beläge dürfen nicht mit Antirutschmatten zur Ladungssicherung oder aufstreichbaren Antirutschbelägen verwechselt werden!

1.2 Antirutschbänder im Einsatz

  • Warum? Weit über die Hälfte der Arbeitsunfälle in Deutschland passieren durch AusgleitenStürzen oder Stolpern. Die selbstklebenden Antirutschbänder dienen ausschließlich dazu Unfälle zu vermeiden, bei denen Personen zu Schaden kommen könnten. Sie garantieren als Trittsicherung und Fußbodenbelag eine ausgezeichnete Rutschhemmung auf trockenen, glatten, nassen oder ölverschmierten Untergründen und können schnell und einfach aufgeklebt werden.
     
  • Wo? Aufgebracht können die selbstklebenden Bänder als Zuschnitte auf allen begehbaren Oberflächen, Trittstegen, Treppen, Aufgängen, Einstiegen, Plattformen, Gehwegen oder Leitern. Überall dort, wo sich Personen bewegen oder aufhalten müssen und ein sicherer Gang und Stand notwendig sind. Auch kann es als verformbares Material unterstützend auf Riffelbleche aufgeklebt werden, um bei Nässe ein Ausgleiten zu vermeiden.
     
  • Wie? Individuelle Längen und Breiten werden als Rollenzuschnitte nach Ihren Wünschen angefertigt. Mittels Stanz- und Lasertechnologie erstellen wir Ihnen Sonderformen laut Ihren Vorgaben. Bei anspruchsvollen Untergründen stimmen wir gerne den Klebstoff auf Ihre Oberfläche ab.
Antirutschbeläge können mit einem starken Besen oder Bürste sowie mit Reinigungsmitteln und Abspülen mit Wasser gereinigt werden!

1.3 Rechtliche Hinweise zur Arbeitssicherheit

  • Im betrieblichen Alltag gelten die technischen Regeln für Arbeitsstätten bei Fußböden (ASR A 1.5/1,2). Mit der Rutschhemmklasse bis zu R13 besitzen Antirutschbänder die maximale Rutschhemmung zur Gefahrenvermeidung.
     
  • Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten „Fußböden“ ASR A 1.5/1,2 sehen eine Gefahrvermeidung im Betrieb vor. Hierzu werden für unterschiedliche Rutschgefahren in Bewertungsgruppen für Fußböden in verschiedenen Arbeitsräumen und -bereichen im Anhang der ASR A1.5/1,2 aufgeführt.
     
  • Diese Bewertungsgruppen bzw. Rutschhemmklassen beginnen bei R9 als geringste Rutschhemmung und reichen bis R13 als höchste Anforderung.
     
  • Alle Antirutschbänder sind entsprechend dieser Anforderungen geprüft. Antirutschbänder erfüllen die rechtlichen Vorgaben der EWG-Richtlinie 89/391 + DIN 51130

2. Antirutschbänder und ihre Einsatzgebiete

2.1 Anwendungen allgemein

Landmaschinen

  • Trittstege und Leitern zum Einstieg ins Führerhaus
  • Gehwege und Plattformen zum Aufenthalt für Arbeiten und Instandhaltung

Baumaschinen

  • Trittstege und Leitern zum Ein- und Ausstieg ins Führerhaus
  • Stand- und Gehflächen zur Instandhaltung

LKW & Nutzfahrzeuge

  • Einstiege und Trittstege ins Führerhaus
  • Geh- und Standflächen auf Ladebereichen

Güterzüge

  • Einstiege und Plattformen
  • Rampen beim Be- und Entladen
  • Trittbereiche auf Güter- & Schüttgutwagen

Krane

  • Leitern und Aufstiege zum Führerhaus
  • Gehwege und Ausleger auf dem Kran

Hebebühnen

  • Stehfläche im Korb
  • Aufstiege und Trittbereiche an der Bühne

 Leitern & Gerüste

  • Einzelne Leitersprossen bzw. letzte obere Stufe
  • Gehstege von Gerüsten

Feuerwehr

  • Einstiege und Trittstege für Führerhaus und Mannschaftsraum
  • Fahrzeugpark und Einsatzwege in der Wache
  • Ausklappbare Trittstege am Fahrzeug
  • Fahrzeugdächer 
  • Leitersprossen

Containerschiffe

  • Treppen, Trittstege, Leitern und Rampen
  • Maschinen- und Frachträume
  • Gehwege, Verladezonen, Wohn-, Wasch- und Schlafbereiche

Kreuzfahrtschiffe

  • Treppenhäuser, Flure, Gehwege
  • Maschinen- und Lagerräume
  • Kabinen, Nasszonen und Sanitärbereiche
  • Pools und Schwimmbäder
  • Außendeck, Aufgänge und Gehwege

Yachten & Segelschiffe

  • Nasszonen, Pools und Sanitärbereiche
  • Außendeck, Aufgänge und Gehwege

Marine

  • Außendeck, Trittstege, Leitern, Gehwege, Plattformen
  • Treppenhäuser, Dusch- und Waschbereiche, Gänge
  • Maschinenräume

Wohnmobile

  • Einstiege und Leitern im Wohn- und Schlafbereich
  • Böden im Nasszonenbereich Bad und Dusche

Treppen & Rampen

  • Treppenstufen aus Metall oder Stein
  • Rollstuhl- und Auffahrtsrampen

Schwimmbäder & Pools

  • Gekachelte Treppen im Eingangsbereich
  • Gehwege und Treppen in Hallenbädern
  • Sprungbretter und Startblöcke
  • Aufgänge zu Wasserrutschen
  • Duschanlagen

Sport- & Spielgeräte

  • Rampen, Schwebebalken und Laufwege beim Hundesport
  • Klettergerüste auf Spielplätzen
Riffelbleche werden durch Öle, Fette und Nässe rutschig! Verformbares selbstklebendes Antirutschband auf den Böden, verhindert diesen Zustand!

2.2 Praxisbeispiel schwere Baumaschinen

Auf großen Baumaschinen, wie sie z.B. im Steinbruch anzutreffen sind, können Antirutschbänder lebensgefährliche Situationen vermeiden. Hierbei wird meist die extra starke Variante mit besonders grobkörniger Oberfläche genutzt. Diese Variante verbessert die Trittsicherheit auch bei starker Verschmutzung.

Antirutschbänder werden hier auf Aufstiegen, Leitersprossen und Plattformen eingesetzt

Auf Muldenkippern, Baggern, Kranen, Raupen oder mobilen Förderbändern gibt es eine Vielzahl an Flächen, die zum täglichen Betrieb oder zur Instandhaltung betreten werden muss. Je nach Untergrund existiert hier ein erhebliches Gefahrenpotential für die betreffenden Mitarbeiter.

Der sichere Ein- und Ausstieg sowie das standfeste Arbeiten auf und im Fahrzeug müssen daher gewährleistet sein. Verschmutztes Schuhwerk sowie ein falscher Tritt auf glatten, nassen oder verschmutzten Oberflächen, verbunden mit einem kurzem Schwanken, Stolpern oder Ausrutschen, können zum Sturz führen.

Die Fallhöhe ist aufgrund der Größe der Maschinen entsprechend hoch und wegen des steinigen Außengeländes oft lebensgefährlich! Die Typenbezeichnung „Extra Stark“ mit seiner sehr grobkörnigen Oberfläche vermeidet solche Unfälle und bietet den maximal sicheren Halt auf allen begehbaren Oberflächen.

Diese Ausführung garantiert eine extrem starke Haftung auf dem Untergrund, trotzt Regen und Sonneneinstrahlung und ist ideal für den Außeneinsatz geeignet. Das sehr raue Material liefert maximalen Grip auch mit verschmutztem Schuhwerk.

2.3 Praxisbeispiel mobile Baumaschinen

Auf allen Baumaschinen existieren Flächen, die auf Grund der alltäglichen Tätigkeiten mehrmals betreten werden müssen. Hierzu zählen im Allgemeinen Ein- und Ausstiege, Motorabdeckungen bei Baggern, Auslegern auf Kranen, Verladeflächen beim LKW oder Tritte beim Radlader und Planierraupen.

Antirutschbänder werden hier meist bei Ein- und Ausstiegen und auf Motorenabdeckungen eingesetzt

Verdreckte Oberflächen und Schuhe gehören für alle Mitarbeiter am Bau zur täglichen Routine. Diese Kombination weist aber ein erhebliches Gefahrenpotential beim Umgang mit Baumaschinen auf der Baustelle auf.

Auf allen herkömmlichen Baumaschinen müssen Trittbereiche so ausgerüstet werden, um die sichere Bedienung der Maschinen und das unfallfreie Bewegen am Fahrzeug zu gewährleisten. Ein Abrutschen beim Ein- und Ausstieg oder das Stürzen vom Bagger bei Wartungsarbeiten, kann unliebsame Auswirkungen nach sich ziehen.

Auch erfüllen feuchte oder nasse Riffelbleche nicht unbedingt die nötige Schutzfunktion. Verformbare Antirutschbeläge können über die Riffel- bzw. Tränenbleche geklebt werden und verstärken somit deren Grip. Antirutschbänder in ihren verschiedenen Arten reduzieren die oben genannten Gefahren auf ein Minimum.

2.4 Praxisbeispiel Feuerwehr

Überall dort, wo sich Feuerwehrleute auf und um das Fahrzeug bewegen, liefern Antirutschbänder einen sicheren Halt und Stand. Auch in der Wache ermöglichen die selbstklebenden Antirutschbeläge eine sichere Fortbewegung, auch wenn es im Einsatz schnell gehen muss.

Antirutschbänder werden bei Feuerwehrfahrzeugen auf Riffelblechen, Ein- und Ausstiegen sowie auf Fahrzeugdächern aufgebracht

Eingesetzt kann das Antirutschmaterial auf Feuerwehrfahrzeugen bei den Trittstegen zum Einstieg sowie auf Trittplattformen für die Entnahme der Geräte am und auf dem Fahrzeug.

In der Regel sind die genannten Bereiche schon mit Riffel- bzw. Tränenblechen ausgerüstet. Nass können die Bleche allerdings zu einer erheblichen Unfallgefahr werden. Die mit Löschwasser durchnässten Oberflächen können jedoch schnell rutschig werden und zu Arbeitsunfällen führen.

Durch das verformbare Antirutschmaterial können Riffel- und Tränenbleche ausgerüstet und so ein doppelter Rutschschutz, auch auf nassen Untergründen, hergestellt werden. Darüber hinaus können Antirutschbänder auch auf Leitern bzw. auf deren letzten, obersten Sprosse zum sicheren Stand aufgebracht werden.

In der Wache können mit Antirutschbändern Laufwege sicher ausgerüstet werden. Gerade der Weg im Einsatz zum Fahrzeugpark bzw. der Übergang zur Rutschstange, kann mit Safety-Walk wesentlich sicherer gestaltet werden.

Nasse Böden bei Aufräum- und Reinigungsarbeiten nach den Einsätzen und Übungen, stellen ebenso ein Gefahrenpotential dar und können mit selbstklebenden Antirutschbändern deutlich vermindert werden.

2.5 Praxisbeispiel Bus & Bahn

Antirutschbeläge können selbstklebend auf allen begehbaren Oberflächen, Trittstegen, Treppen, Aufgängen, Einstiegen, Plattformen und Leitern aufgebracht werden. Überall dort, wo sich Personen im alltäglichen Verkehr in Bus und Bahn aufhalten.

Überall dort, wo Menschen befördert werden, bieten Antirutschbeläge die nötige Sicherheit. Im ÖPNV oder Reiseverkehr kann das Material im Einstiegsbereich auf Trittstufen maßgenau verklebt und die Gehwege in den Waggons rutschfest ausgerüstet werden.

Sollten Wege und Rampen schon mit Riffel- oder Tränenblechen trittsicher ausgerüstet sein, können Antirutschbeläge wie Safety-Walk zur Verbesserung eingesetzt werden.

2.6 Praxisbeispiel Logistik

In der Logistik werden Antirutschbänder für unterschiedliche Bereiche eingesetzt. Neben den bekannten Bodenmarkierungsbändern, schützen, warnen und markieren die selbstklebenden Antirutschmaterialien potentielle Gefahrenstellen und Gehwege.

Antirutschbänder werden auf Gabelstapler, Gehwegen und Rampen eingesetzt

Bei Flurförderfahrzeugen wie Gabelstaplern, können Antirutschbänder im Einstiegs- und Arbeitsbereich aufgebracht werden. Die robusten Materialien sind langlebig und bieten dem Mitarbeiter sicheren Tritt beim häufigen Ein- und Aussteigen.

Im Lager- und Logistikbereich werden damit Lauf- und Transportwege ausgerüstet. Dies gilt ebenso für den innerbetrieblichen Transport. Verladerampen und Ladebereiche von Fahrzeugen versehen mit Antirutschbändern ermöglichen den Mitarbeitern eine sichere Arbeitsumgebung.

Sollten Riffelbleche auf den genannten Bereichen bereits als Rutschhemmung im Einsatz sein, kann das verformbare Material diese noch erhöhen!

3. Sonderanfertigungen

Unsere Schneid-, Stanz- und Lasertechnologien ermöglichen es uns, selbstklebende Antirutschbeläge auf Ihre Anwendungen und Einsatzbereiche abzustimmen und anzufertigen.

Individuelle Längen, Breiten und Formen (auch mit Innenausstanzungen) aus verschiedenen Materialien sind erhältlich.

Alle weitere Informationen finden Sie auf unserer Fertigungsseite!

Autor

Daniel Giehl

  • Experte für Antirutschbänder & Schleifmittel
  • Produktmanager Antirutschbeläge | Außendienst | Vertrieb
  • antirutsch@krueckemeyer.de | Tel. 02739/801-0

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