



| 2. Bestandteile eines Klebebandes |
| Trägermaterialien |
| Trägermaterialien sind relativ dünne, flexible Materialien, die mit Klebmasse ausgerüstet werden.Die gängigsten Trägermaterialien sind: |
| Papier |
| Glatte oder gekreppte Oberfläche, unterschiedlich dehnfähig |
| Gewebe |
| Aus Zellwolle, Baumwolle, Polyamid oder Glasfasern |
| Unbehandelt: reißfest, flexibel und temperaturbeständig. |
| Behandelt: lz.B. für mehr Steifigkeit zur besseren Verarbeitung |
| Oberflächenbeschichtet: z.B. zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Abrieb |
| Folien |
| Weich-PVC: flexibel, schmiegsam, gute Isoliereigenschaften. |
| Hart-PVC: dimensionsstabil, UV-beständig, feuchtigkeitsbeständig, bedruckbar |
| Hydrat-Cellulose: von Hand reißbar, nicht feuchtigkeitsbeständig, leicht zu verarbeiten |
| Polyester: w w reißfest, abriebfest, alterungsbeständig, temperaturbeständig |
| Polypropylen: elastisch, reißfest, feuchtigkeitsbeständig. |
| Polyethylen: W dehnbar und gut geeignet bei moderaten Temperaturen. |
| Schaumstoffe |
| Spezifisch leicht mit zelliger Struktur; Zellen können unterschiedlich groß, offen oder geschlossen |
| sein. |
| Polyurethan: weich, elastisch |
| Polyethylen: lösungsmittelbeständig |
| Vliese |
| Temperaturbeständig, sehr dünn möglich, passen sich Unebenheiten gut an |
| Laminate |
| Verbund von zwei oder mehr Materialien, z.B. Schaumstoff und PE-Folie, dadurch verbesserte |
| Gesamteigenschaften |
| Klebmassen |
| Die Eigenschaften von Selbstklebemassen werden maßgeblich durch die Grundstoffe beeinflusst. |
| In der Klebetechnologie unterscheidet man im Wesentlichen die Kautschuk-Harz-Klebmassen von |
| Polycarbonaten |
| Synthese- und Naturkautschuk |
| Gute Anfangsklebkraft, gute Ablösbarkeit möglich, gute Verklebungsfestigkeit auf kritischen |
| Untergründen Wie z.B. PP oder PE |
| Reinacrylat |
| Temperaturbeständig, alterungsbeständig, UV-beständig, beständig gegen Chemikalien |
| Modifiziertes Acrylate |
| Durch Zusätze, im Wesentlichen Harze, auf spezielle Klebeeigenschaften eingestellt. Temperatur- |
| beständig, alterungsbeständig. UV-beständig, beständig gegen Chemikalien; auch für Permanent- |
| verklebungen auf kritischen Untergründen. |
| Acrylatdispersion |
| Lösungsmittelfreier, wässriger Acrylatkeber, also umweltgerchte Fertigung; temperatur- und UV- |
| beständig |
| Silikon |
| Extrem temperatur- und alterungsbeständig; für Verklebungen auf antiadhäsiven Untergründen, wie |
| z.B. Silikon |
| Trennmaterialien |
| Silikonisiertes Papier |
| Haupsächlich Trennmittel für beidseitig klebende Bänder; glatt, feuchtigkeitsabweisend. |
| Silikonisierte Folie |
| Haupsächlich Trennmittel für beidseitig klebende Bänder; glatt, feuchtigkeitsabweisend, sehr |
| flexibel und belastbar, z.B. für die automatische Verarbeitung. |
| Gerkrepptes silikonisiertes Papier, gekreppte silikonisierte Folie, geprägte silikonisierte Folie |
| Geringe Auflagefläche, dadurch leicht lösbar, sehr flexibel; die sich auf den Kleber übertragende |
| Struktur vermeidet beim Aufbringen von Klischeeklebebändern Lufteinschlüsse |
| Geprägte Folie, nicht silikonisiert |
| Wird verwendet, wo silikonisierte Materialien nicht eingesetzt werden dürfen. Geringe Auflagefläche, |
| daher leicht ablösbar |
| Rückseitenlackierungen |
| Rückseitenlackierungen verbessern das Abrollverhalten der Klebebänder. Sie verhindern, dass die |
| Klebmassen umspulen (d.h. beim Abrollen des Klebebandes auf der Rückseite des Träger- |
| materials verbleiben). |
| Haftvermittler |
| Viele Trägermaterialien (z.B. PE) können nicht direkt mit Klebmassen beschichtet werden, da diese nicht haften bleiben würden. Die Vorbehandlung mit einem Primer sorgt für eine sichere Verbindung von Träger und Klebmasse und damit für zuverlässige Verklebung |
| 3. Eigenschaften |
| Eigenschaften, trägerbedingt |
| Reißfestigkeit/ Reißkraft |
| Gibt an, bei welcher Kraftbeanspruchung ein Klebeband reißt, also die Zugkraft im Augeblick des |
| Reißens. Sie wird auf die Bandbreite bezogen und daher in Newton pro cm Bandbreite (N/cm) |
| angegeben. Erreicht die Zugkraft des Materials ihr Maximum, so spricht man von der Höchstzugkraft. |
| Reißdehnung (Bruchdehnung) |
| Gibt an, um wie viel Prozent ein Klebeband gedehnt werden kann, bevor es reißt. Wird immer in |
| Zusammenhang mit der Reißkraft ermittelt. |
| Weiterrreißfestigkeit |
| Die Eigenschaft eines Klebebandes, nach Beschädigung (z.B. durch Reißen oder Einschneiden am |
| Rand) nicht weiter zu reißen. |
| Abriebfestigkeit |
| Die Eigenschaft eines Klebebandes, trotz Abriebbelastungen voll funktionsfähig zu bleiben. |
| Wasserdampfundurchlässigkeit |
| Die Eigenschaft eines Klebebandes, trotz Abriebbelastungen voll funktionsfähig zu bleiben. |
| Bedruckbarkeit |
| Die Eigenschaft, Druckfarbe aufzunehmen und das optische Erscheinungsbild auch nach dem |
| Wickeln und Abrollen beizubehalten. |
| Durchschlagfestigkeit (Durchschlagsspannung) |
| Angegeben wird die Spannung (in Volt), der ein Klebeband widersteht, ohne dass Strom |
| durchschlägt. |
| Eigenschaften, klebmassebedingt |
| Klebkraft/Adhäsion |
| Das Maß der Haftung eines Klebebandes auf einem Verklebungsgrund. Maßeinheit: Kraft pro |
| Bandbreite (N/cm) |
| Anfangsklebkraft (Tack) |
| Das Klebvermögen eines Klebebandes im ersten Moment des Kontakts unter einem Minimum an |
| Anpressdruck. |
| Abrollkraft |
| Die Kraft, die notwendig ist, um das Klebeband von der Rolle abzuziehen. |
| Klebkraft auf der Rückseite |
| Die Kraft, die notwendig ist, um einen Klebebandstreifen von der Rückseite desselben Materials |
| abzuziehen. |
| Scherfestigkeit |
| Die Fähigkeit eines Klebebandes, nicht zu rutschen oder abzuscheren. (Bei der Prüfung wird das |
| Klebeband auf ein Gegenmaterial geklebt und parallel in seiner Verklebungsebene belastet.) |
| Kohäsion |
| Der innere Zusammenhalt eines Stoffes, hier die Spaltfestigkeit des Klebers. |
| Gesamteigenschaften |
| Dicke |
| Die Entfernung von Oberfläche zu Oberfläche in μm. |
| Undurchsichtigkeit (Lichtundurchlässigkeit) |
| Die Fähigkeit eines Klebebandes, Licht zu absorbieren oder zu reflektieren. |
| Transparenz |
| Die Eigenschaft eines Klebebandes, Licht hindurchzulassen. |
| Farbechtheit |
| Die Farbstabilität eines Klebebandes. |
| Temperaturbeständigkeit |
| Die Eigenschaft eines Klebebandes, nach der Verklebung bestimmten Temperaturen zu |
| widerstehen, oder sich z.B. auch nach Wärmeeinwirkung sauber entfernen zu lassen, ohne seine |
| Klebeigenschaften einzubüßen. |
| Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse,Lösungsmittel, Säuren, Laugen, Öle, Fette |
| Die Eigenschaft eines Klebebandes, im verklebten Zustand unter den genannten Bedingungen voll |
funktionsfähig zu bleiben. |
| Alterungsbeständigkeit |
| Der Zeitraum, in dem das Klebeband im verklebten Zustand voll funktionsfähig bleibt. |
| Lagerfähigkeit |
| Der Zeitraum, in dem unter definierten Bedingungen gelagerte Klebebandrollen ihre spezifischen |
| Eigenschaften uneingeschränkt behalten. |









| 4. Haftung und Verklebungsfestigkeit |
| Bestmögliche Haftwerte erreichen Sie, wenn bei den Punkten Untergründe, Temperaturen und Verarbeitung folgende Voraussetzungen erfüllt werden: |
| Untergründe |
| - Keine Untergründe bekleben, auf denen sich Silikone, Paraffine oder Wachse befinden |
| - Keine Untergründe bekleben, auf denen sich Silikone, Paraffine oder Wachse befinden |
| - Staubfreiheit sicherstellen |
| - Möglichst Weichmacherfreiheit sicherstellen |
| - Für trockene Oberflächen sorgen |
| - Bei rauen, unebenen Untergründen dickere ausgleichende Klebebänder einsetzen |
| Temperaturen |
| - Verklebungstemperatur ist optimal zwischen 20 und 30 °C in trockenen Räumen. Möglichst nicht |
| unter 10 °C arbeiten. |
| - Lagerung des Klebebandes bei Raumtemperatur. |
| Verarbeitung |
| - Für ausreichenden und gleichmäßigen Anpressdruck sorgen. |
| - Verarbeitungswerkzeuge (auch die Hände!) müssen trennmittelfrei sein. |
| - Bei extremen Belastungen von Klebestellen ist zu berücksichtigen, dass speziell bei |
| Acrylatklebmassen die Maximal klebkraft erst nach ca. 24 Stunden erreicht wird. |
| - Permanente Spannungseinwirkung auf die Verklebung vermeiden. |
| 5. Hinweise für Verklebungen auf gängigen Verklebungsmaterialien |
| Antiadhäsive Materialien |
| Obwohl in der Regel nahezu alle Werkstoffe gut zu verkleben sind, ist zubeachten, dass sich einige Materialien antiadhäsiv verhalten. Hierzu gehören u. a. Teflon und silikonhaltige Materialien sowie unpolare Kunststoffe wie PE und PP. Die Verklebung dieser Materialien ist kritisch. Eine Steigerung der Verbundfestigkeit lässt sich in solchen Fällen nur durch eine gezielte, auf den jeweiligen Werkstoff abgestimmte mechanische, physikalische oder chemische Oberflächenvorbehandlung erzielen (z. B. Corona- Vorbehandlung PE oder PP). In vielen Fällen reicht allerdings die Klebkraft auf PE oder PP aus, so dass eine Vorbehandlung nur für dauerhafte Verbindungen mit höheren Anforderungen an die Festigkeit nötig ist. |
| Kunststoffe/lackierte Oberflächen |
| In der Regel handelt es sich hierbei um problemlose Haftgründe. Da in wenigen Fällen die Möglichkeit von Beeinträchtigungen des Verbunds durch Wechselwirkung zwischen Haftgrund und Klebmasse besteht – z. B. durch Beeinträchtigungen des Verbunds durch Wechselwirkung zwischen Haftgrund und Klebmasse besteht – z. B. durch besonders, wenn das Klebeband nach einer gewissen Zeit wieder entfernt werden soll oder wenn auf Weich-PVC geklebt wird |
| Metallverklebungen |
| Bei Nichteisenmetallen wie z. B. Blei, Cadmium, Kupfer, Messing und Nickel muss vorher festgestellt werden, ob diese auf die Selbstklebmasse chemisch reagieren. Sie können sich nach dem Klebebandkontakt aufgrund chemischer Reaktionen verfärben. |
| Oberflächenvorbereitung |
| Um eine optimale Haftung zu erzielen, müssen die zu verklebenden Oberflächen sauber, trocken und fettfrei sein. Antiadhäsive Oberflächensubstanzen wie z. B. Staub, Formtrennmittel, Fette oder Wachse müssen vor der Verklebung entfernt werden |
| Verarbeitung der Klebebänder |
| Die Verklebungen sollten nach Möglichkeit bei Raumtemperatur (ca. 18 - 25 °C) durchgeführt werden. Um die bestmögliche Anfangshaftung zu erzielen, ist ein ausreichend hoher und gleichmäßiger Andruck erforderlich. Die in der Regel höhere Endfestigkeit tritt erst nach mehreren Stunden ein. |
| 6. Hinweise für das Entfernen von Klebebändern |
| Es gibt Klebebänder, die für kurzfristige, für längerfristige und für permanente Verklebungen entwickelt wurden. Es kommt vor, dass Klebebänder nicht sachgemäß eingesetzt werden. Wenn z. B. Produkte für die kurzfristige Außen- anwendung länger als drei Tage Witterungs- und UV-Belastungen ausgesetzt bleiben, lassen sie sich häufig ohne Hilfsmittel nicht wieder entfernen. Wir empfehlen dann folgende Vorgehensweise: |
| Klebeband-Träger |
| Sollte langsam und gleichmäßig abgezogen werden; ggf. ist es notwendig, ihn vorher mit einem Fön |
| zu erwärmen. |
| Klebmasse-Rückstände |
| Sollten durch stufenweises Vorgehen entfernt werden: |
| Kautschuk-Klebmassen |
| - Der Träger lässt sich abziehen, die Klebmasse ist noch weich: Entfernung mit Reinigungsbenzin. |
| - Der Träger ist spröde, reißt ein, die Klebmasse ist leicht erhärtet: mit einem Fön erwärmen und |
| vorsichtig |
| abziehen; Klebmasse-Rückstände mit Reinigungsbenzin entfernen, oder: mit Reinigungsbenzin |
| mindestens eine Minute einweichen, dann mit einem Kunststoffspachtel abschieben |
| - Die Klebmasse ist stark erhärtet: mit Universalverdünnung mindestens eine Minute |
| einweichen,dann mit einem Kunststoffspachtel abschieben. |
| - Die Klebmasse ist stark erhärtet, und die oben beschriebene Vorgehensweise war erfolglos: mit |
| Cupran® |
| Handreiniger (Evonik Stockhausen, Krefeld) mindestens eine Minute einweichen, dann mit einem |
| Kunststoffspachtel abschieben. |
| - Die Klebmasse ist stark erhärtet, und die oben beschriebenen Vorgehensweisen waren erfolglos: |
| mit soluwash® Reiniger (Pufas, Hann.-Münden) mindestens eine Minute einweichen, dann mit |
| einem Kunststoffspachtel abschieben. |
| Acrylat-Klebmassen |
| - Der Träger ist spröde, reißt ein, die Klebmasse ist leicht erhärtet: mit einem Fön erwärmen und |
| vorsichtig abziehen. |
| - Die Klebmasse ist erhärtet: nacheinander folgendes Lösungsmittel bzw. Gemische erproben |
| - Reinigungsbenzin |
| - Gemisch aus 50 % Äthylacetat und 50 % Xylol |
| - Gemisch aus 40 % Spiritus, 40 % Reinigungsbenzin und 20 % Aceton |
| - Reiniger soluwash® |
| Die empfohlenen Lösungsmittel bzw. Gemische können die Klebmasse lediglich aufquellen, nicht jedoch auflösen. |
| 7. Technische Definitionen |
Maßeinheiten
|
| N = Newton. |
| Ein Newton ist die Kraft, die benötigt wird, um einen ruhenden Körper der Masse 1 kg |
innerhalb von einer Sekunde gleichförmig auf die Geschwindigkeit 1 m/s zu beschleunigen.
|
μm = Mikrometer. |
| Maßeinheit, mit der geringe Dicken bei Klebebändern und Trägern gemessen werden. |
| 1 μm = 1/1.000 mm = 0,001 mm |
| Kurzzeichen einiger Kunststoffe (nach DIN 7728) |
| PE: Polyethylen |
| PET: Polyester (Polyethylentherephthalat) |
| PP: Polypropylen |
| PUR: Polyurethan |
| PVC: Polyvinylchlorid |
| H-PVC: Hart-PVC |
| W-PVC: Weich-PVC |







