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| Cash flow zurück | ||
| Mittelstandsfinanzierung Nach der Krise läuft die Konjunktur nun wieder auf Hochtouren. Viele Unternehmen brauchen jetzt Kredite, die Banken aber sind vorsichtig. Doch mit einem klugen Finanzierungskonzept haben Mittelständler gute Chancen bei Kapitalgebern – und können bei Engpässen den Kreditmediator einschalten. | ||
| „Kreditklemme? Also bei uns nicht“, lacht Jan Krückemeyer, Junior- Chef eines 35- Mitarbeiter- Unternehmens im Siegerland. „Wir haben mehr Angebote von Kapitalgebern als wir brauchen können.“ Dabei hat das Krisenjahr 2009 auch bei Reinhard Krückemeyer GmbH & Co. KG seine Spuren hinterlassen. Der Spezialhändler für Schleifmittel und industrielle Klebetechnik zählt viele Unternehmen aus den stark gebeutelten Brachen Automobil- und Maschinenbau zu seinen Großkunden – ein Umsatzminus von 18 Prozent war die Folge. Dennoch hat das Familienunternehmen auch während der Flaute sein Eigenkapital aufgestockt, einige größere Investitionen getätigt und seine Bonität weiter gesteigert. Wie so etwas geht? „Wir haben eine systematische Finanzkommunikation, die ist Teil unsere zertifizierten Qualitätsmanagement“, berichtet der Junior- Chef. „Wir versorgen unsere | ||
| Kapitalgeber und Geschäftspartner – Banken, Leasingfirmen, Factorer, Kunden und Lieferanten – automatisch und regelmäßig mit allen für sie relevanten Informationen.“ Darüber hinaus habe das Unternehmen inzwischen einen guten Überblick über den Finanzierungsmarkt, kenne die verschiedenen Finanzierungsmodelle, die kommerziellen Anbieten, die Förderprogramme. „Wir brauchen nicht mehr zu verhandeln wie auf dem Basar“, so Krückemeyer. „Wir können unterscheiden wer uns Top- Konditionen und wer uns Alibi- Angebote unterbreitet. Wir sind in einer starken Verhandlungsposition, das macht uns für Kapitalgeber attraktiv.“ | ||
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Auftragsbücher voll, Konto leer. Kreditklemme – ja oder nein? Das ist die Frage, die derzeit die Wirtschaftwelt bewegt. Zwar lehnen die Geldin-stitute laut Deutschem Industrie- und Handels-kammertag (DIHK) derzeit nur etwa 2 Prozent aller Kreditanfragen ab – doch diese niedrige Quote könnte sich schon bald erhöhen, fürchten Experten. „Gerade viele mittelständische Betriebe haben in der Krise von ihrer Substanz gelebt und die Eigenkapitalreserven aufgebraucht“, sagt Alexandra Böhne, Finanzierungsexpertin beim DIHK. „Wenn Sie jetzt ihre Aufträge vorfinanzieren müssen, sind sie auf frisches Fremdkapital angewiesen.“ | |
| Jan Krückemeyer, Reinhard Krückemeyer GmbH & Co. KG | ||
| Bei einer DIHK- Unfrage über ihre Liquiditätssituation gab mehr als die Hälfte der Unternehmen an, Kredite für die Finanzierung laufender Geschäfte zu benötigen. Bei ihren Kapitalgebern aber könntensie auf Schwierigkeiten stoßen, denn die Bilanzen, die sie vorlegen müssen, spiegeln die Situation im Krisenjahr wider. In einer anderen DIHK-Umfrage klagten 14 Prozent der Unternehmen schon jetzt über verschlechterte Kreditkonditionen. Und die unlängst verschärften Eigenkapitalvorschriften für Banken (Basel III) dürften Experten zufolge die Kredithürde für den Mittelstand weiter erhöhen. Um den Teufel-skreis aus Eigenkapitalmangel und Kreditproblemen zu durchbrechen, hat die Bundesregierung Hilfsprogramme aufgelegt. Auch das Amt des Kreditmediators ist neu geschaffen worden ein deutliches Signal an die Kreditinstitute, sich stärker auf die Belange mittelständischer Unternehmen einzustellen. Unternehmen ging, mehr um eigene Fusionspläne als um die Geschäftskunden aus dem Mittelstand gekümmert. Heute schlägt sich Bomkamp als Ein-Mann-Limited-Gesellschaft von Auftrag zu Auftrag durch - „nur auf Vorkasse". Sein Fazit: Zur Not geht's ohne Bank | ||
| Neues Spiel, neues Glück. Ein gutes Finanzierungskon/.ept kann eine krisenbedingt dünne Eigenkapitaldecke wieder wettmachen, mangelnde Sicherheiten können durch Bürgschaften aufgefangen werden, sagt dagegen DIHK-Expertin Alexandra Bohne. Gut vorbereitet und selbstbewusst in die Kreditverhandlung zu gehen, da zu ermutigt sie die Unternehmen ausdrücklich. „Viele Banken haben jetzt ein ureigenes Interesse daran, sich als verlässlicher Partner des Mittelstands darzustellen", sagt sie. | ||
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| Insolvent durch Bankenpolitik? Tatsächlich ist der prognostizierte Kreditengpass mitunter mehr als ein Übergangsphänomen zwischen Krise und Aufschwung. Die Vorbehalte etlicher Mittelständler gegenüber ihren Kapitalgebern sind groß und haben sich über Jahre hinweg aufgebaut. „Wir Unternehmer sollen alles offen legen" schimpft etwa Estrichleger Bernhard Bomkamp. „Aber die Banken glauben, rein gar nichts von ihrer Geschäftspolitik preisgeben zu müssen." Der 54-Jährige ist überzeugt, dass eine verfehlte Bankenpolitik seinen Handwerksbetrieb nahe der niederländischen Grenze mit seinen neun Mitarbeitern in die Insolvenz getrieben hat. Sein Geldinstitut habe sich seinerzeit, als es um wichtige Kreditlinien für sein Wer sein Finanzierungskonzept neu aufstellen will, der findet auch jenseits des kommerziellen Coaching- und Beratermarkts vielfältige Hilfsangebote. Industrie- und Handels- wie auch Handwerkskammern richten Veranstaltungen zu Themen wie Finanzierung oder Förderprogramme aus, auch Bundesländer, Regionen und ihre Förderbanken bieten meist kostenlose Orientier-ung im Förderdschungel. | ||
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| Von der Krise zum Konzept. Mit Transparenz, Kooperationsbereitschaft und Marktkennnis lässt sich so manche konjunkturelle Schwankung ausgleichen - diese Erkenntnis ist aber auch für Jan Krückemeyer nicht vom Himmel gefallen. Die Krise seines Unternehmens liegt nun schon fünf Jahre zurück. Damals - er war erst drei Monate in der Geschäftsführung des väterlichen Betriebs -war ein Großkunde von heute auf morgen abgesprungen. Der Schicksalsschlag von damals kommt dem Junior-Chef heute wie Glück im Unglück vor, denn er bot ihm den Anlass, das gesamte Konzept neu aufzustellen. | ||
| Nach einem professionellen Coaching begab sich Krückemeyer in das Dickicht des bundesdeutschen Finanzierungsmarktes, schlug sich durch Förderdatenbanken, verhandelte mit zahl-reichen Anbietern, entwarf und verwarf Finanz-ierungsstrategien. Am Ende gab er seinem alten Hauptkreditgeber den I.auf-pass. „Für die mittelmäßigen Konditionen forderten sie immense Sicherheiten." Ein kluger Schachzug: Auf einen Schlag wurden die besicherten Privatimmobilien frei, und an die Stelle des einen Großkredits rückte ein Finanzierungsmix aus Gesellschaftskapital, Darlehen von gesellschalternahen Personen, Bankkrediten, einem Förderkredit der KfW, Factoring und Leasing. „Konditionen, Preis-Leistungs-Verhältnis und .Nasenfaktor' waren ausschlaggebend für die Auswahl", sagt Jan Krückemeyer. Ende 2008 stand das neue Finanzierungskonzept auf soliden Füßen gerade rechtzeitig, um den sich abzeichnenden Konjunktureinbruch abzufedern. „Auch in Krisensituationen kann man zu einer ausgewogenen Partnerschaft mit seinen Kapitalgebern kommen", sagt Krückemeyer heute. „Aber so etwas macht natürlich Arbeit. Ohne geht es nun mal nicht." • | ||
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